"Ein lausiger Abend"

Stefan Schramm
Es sollte ein Abend wie jeder sein
Eine Taverne am Abend im Kerzenschein
Ich sitze und warte, es vergeht eine Weile
Und noch immer ziert mein Pergament keine Zeile

Die Taverne leer, kein Gast ist zu sehen
Soll so aufīs Neue ein Abend vergehen?
Doch plötzlich erblicket mein Auge gar müd
Zwei zarte Pflänzlein im Glanze erblüht

Noch ehe die Schönheit beschwingt meine Feder
Erscheinet ein Irrer mit lautem Gezeter
"Runen, mehr Runen" ertönet es laut
Gratuliere, ihr habt mir die Stimmung versaut

Ich verfolge das Schauspiel, und denke mir leise
Wohin diesen Irren wohl führt seine Reise
Ich errate es nicht...und hättī ich die Wahl
Ich glaube es wäre mir trotzdem egal

Noch während ich warte ertönt ein Gebot
Die Farbe, die liebste, der Blume ist rot
Ich frage mich still ob dies ist ein Zeichen?
Wird die Dame wohl heut meine Zeche begleichen?

Doch während ich zöger verschwindet die Maid
Die schöne, gekleidet im blutroten Kleid
So schließt sich der Kreis, aufs Neue allein
Frag ich mich obīs das soll gewesen sein?

So gibt es am Ende für mich kein zurück
Und lieblicher Wein bleibt mein einziges Glück?
Doch zunächst, und dies ganz ohne Eile
Beendī ich mein Werk noch mit dieser Zeile


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