"Dunkelste Nacht"

Stefan Schramm
Ich will euch erzählen gar traurige Mär
von Liebe von Hoffnung von Angst und Begehr
vom ewigen Feuer durch Sehnsucht entfacht
und eisernem Schicksal im dunkeln der Nacht

Einst waren zwei Seelen einander bestimmt
Ihr Schicksal verflochten wie Unschuld im Kind
Es war so gedacht und so ist es gescheh´n
Schon bald würden sie sich die Liebe gesteh´n

So lebten sie glücklich Tagaus und Tagein
Schworen niemals mehr ohne den andern zu sein
Doch wusste sie nicht was der Schatten nur sah
Noch heute weis niemand warum es geschah

An einem Apriltag da ward es geschehen
Sie sollte die Sonne zum letzten mal sehn
Sie wurde erwählt von den Kindern des Kain
und sollte fortan nicht die selbe mehr sein

Zum Leben im Schatten, zur Blutgier verdammt
als Bringer der Furcht und des Todes entsandt
War´s nur ihre Liebe die immer noch rein
Ihr Anker, ihr Fels, ihre Zuflucht sollt sein

Sie kehrte zurück bald zu ihrem Gemahl
Zu jenem der einst ihre Seele sich Stahl
Sie beichtete alles, bat ihn zu versteh´n
und gemeinsam mit ihr durch die Zeiten zu geh´n

Nach schlaflosen Nächten, da ward es gescheh´n
Er schwor niemals von ihrer Seite zu geh´n
doch teilen den Fluch nein das wollte er nicht
vor Angst rannen Tränen durch sein Angesicht

Sie küsste ihn glücklich, ihr Herz war so frei
Die Angst ihn zu missen; gewogen wie Blei
Für sie war nur wichtig das Beide vereint
Denn um nichts in der Welt wollte sie ihn zum Feind

So zogen nun gar viele Jahre ins Land
Die glücklichen Tage zeronnen wie Sand
durch untote Hände, sein Haar wurde weis
und irgendwann dann liebte sie einen Greis

Vom Alter gezeichnet, sie jung und noch schön
musste sie seine letzen Momente anseh´n
er brachte ein letztes „Ich liebe dich“ raus
und haucht in ihren Armen sein Leben dann aus

Von Trauer gebeutelt, erstarrt voller Schmerz
presst sie seinen Körper so fest an ihr Herz
„Wolltest du auch nicht folgen, ich wer mit dir geh´n
schon bald, mein Geliebter – so soll es gescheh´n!“

Sie erhob sich so langsam, nahm den toten Leib
nur auf ihre Arme und trug ihn so weit
bis schließlich sie stand dort am Ziel ihrer Flucht
und mit einem lächeln sprang in feurige Schlucht

Voll Trauer, kein liebliches Lied ich gebracht
Doch nehmt es zu Herzen in dunkelster Nacht
Wo Schicksal und Teufel das Leben verneint
sind Beide nun glücklich im Tode vereint
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Versionsdatum: 17. Juli 2009 - Gemastert von Oliver Prutti
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